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Johannes Göbell
Architekt, Dipl.-Ing. (FH), M.Eng. Brandschutz, Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz (EIPOS)

Ich bin Jahrgang 1966, Vater von drei Kindern und gehöre seit einer Gehirnoperation im Oktober 2013 selbst zur Gruppe der zur Selbstrettung eingeschränkt fähigen Personen. Einige Monate im Rollstuhl, Reha-Aufenthalte und viel Therapie haben mich hautnah an das Thema „Barrierefrei“ herangebracht und lassen es mich tagtäglich erleben.

Vorgeschichte

Beruflich arbeite ich seit 1995 selbstständig. Die 1997 gegründete Firma GöbellPartner, die später in die GOEBELL Ingenieurgesellschaft überging, schaffte neue Standards im Bereich der Gebäudedatenerfassung. Gebäudedaten als Basis für Facility-Management-Systeme zu erfassen und in der für den Nutzer passenden Form bereit zu stellen, war das Thema dieser Firma. Zum Zeitpunkt meines Ausscheidens war GOEBELL als Marke für die Vermessung großer Gebäudebestände bekannt und hatte mit rund 75 Mitarbeitern mehr als 10 Mio. Quadratmeter Gebäudegrundrisse weltweit erfasst.

Ab 2008 kehre ich zurück zu den Ursprüngen und setze GOEBELL alleine als Architekturbüro fort. Zusammen mit Herrn Kallinowsky, mit dem ich bereits seit 1997 beruflich in engem Kontakt stehe, erfolgt 2009 die Gründung von „göbell kallinowsky architekten“.

Brandschutz

Die Zulassung als Architekten ermächtigt uns zwar zur Bezeichnung als Sachverständige für Brandschutz, lizensiert uns als Zeichnungsberechtigte für Brandschutznachweise, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir dieses Thema weder an der Hochschule noch später richtig gelernt. Learning bei doing erschien uns bei diesem Thema zu „heiß“ und so beschließen wir 2010 gemeinsam den Schritt zum professionellen Brandschutz zu tun: wir melden uns zum Masterstudium Brandschutz am renomierten EIPOS Institut der TU Dresden an.

Die kommenden Jahre bestätigen das Gefühl: erst nach über 600 Stunden Theorie, mehr als 8 Prüfungen, Studienarbeiten, vielen Diskussionen mit den Brandschutz-Größen, die uns am EIPOS unterrichtet hatten und nicht zuletzt der Masterarbeit, die über ein Jahr in Anspruch genommen hatte, behaupten wir, Brandschutz – ingenieurmässigen Brandschutz – verstanden zu haben.

Lehre

Seit 2015 engagiere ich mich – zusammen mit zahlreichen anderen Vertretern aus Architektur, Innenarchitektur und Wirtschaft – in dem von Prof. Schricker ins Leben gerufenem Arbeitskreis „Design und Brandschutz„. Ziel ist es, Brandschutz von Anfang an in die architektonische Gestaltung zu integrieren, als gestalterische Aufgabe zu verstehen, anstelle lästiger Pflichterfüllung, die guter Architektur nur im Wege steht.

Erster Ansatzpunkt ist die Vermittlung des Themas Brandschutz bereits in der Ausbildung. Hier müssen die ersten Anregungen erfolgen, Fachthemen wie den Brandschutz von Anfang an in die Planung zu integrieren. Wer erfahren hat, wie sehr der Brandschutz das Design beeinflußt, wird zukünftig das Thema bereits im Vorentwurf aufnehmen und Fachplaner suchen, die bereit sind, ganzheitlich integrativ zu denken.

Im Rahmen meines Lehrauftrages an der Hochschule Coburg suchen wir unter der Führung von Prof. Schricker nach neuen Lehrkonzepten, um Fachthemen wie Brandschutz intensiver und Design-bezogen in die Lehre integrieren. Die Vermittlung von Brandschutz-Wissen erfolgt dabei immer bezogen auf Design und Planung. Die Kernfragen dabei sind: Wie trainiert man dem Planer ein Bauchgefühl für Brandschutz, damit er weiß, wann er Handlungsbedarf hat? Wo ist die Schwelle vom Basiswissen zum Fachwissen und Expertenwissen?

Ab 2016 schule ich zudem Fachplaner im Rahmen des Update-Seminars „Barrierefreier Brandschutz“ am EIPOS Institut.

Inzwischen erfüllt mich das Thema Brandschutz, wenn man uns wie Ingenieure denken läßt. Die Möglichkeit, mit Hilfe der schutzzielorientierten Argumentation bauliche Umsetzungen zu ermöglichen, die mit reiner Sachverständigen-Denkweise nicht möglich wären, inspiriert mich bei der täglichen Arbeit.

Veröffentlichungen und Vorträge
Köln, 2016Fachbuch, veröffentlicht im Feuertrutz und Müller VerlagBarrierefreier Brandschutz
Köln 2015Publikation im Feuertrutz Magazin„Barrierefreier Brandschutz – Teil 1“
Köln 2015Publikation im Feuertrutz Magazin„Barrierefreier Brandschutz – Teil 2“
Köln 2015Publikation im Feuertrutz Magazin„Barrierefreier Brandschutz – Teil 3“
Publikation in „medAmbiente“, 19.Jahrgang, Juni 2016„Urgemütlich – aber brandgefährlich?“
Zum Brandschutz in modernen Pflegeheimen
Publikation in „Behr´s Jahrbuch Gesundheit und Pflege 2017“„Brandschutz in Pflegeeinrichtungen“ Ingenieurmäßige Ansätze schaffen Sicherheit ohne den Komfort zu beeinträchtigen
Publikation in „S+S report“ des VdS„Ingenieurmäßige Kennzahlen zum Brandschutz in Behinderteneinrichtungen“
Vorstellung eines analytisch, deskriptiven Verfahrens zur ingenieurmäßigen Beurteilung der Räumungssituation in Einrichtungen mit in der Selbstrettung eingeschränkten Nutzern
Nürnberg 2016Fachvortrag Feuertrutz Brandschutzkongress 2016„Brandschutz in Behinderteneinrichtungen“
Düsseldorf 2016Fachvortrag Brandschutz-Tagung 2016„Ingenieurmäßige Kennzahlen zum Brandschutz in Behinderteneinrichtungen“
Stuttgart 2016 Fachvortrag 11. Stuttgarter Brandschutztage„Brandschutz in Behinderteneinrichtungen – Ingenieurmäßige Kennzahlen zur Evakuierung“

Steffen-Kallinowsky

Steffen Kallinowsky
Architekt, Dipl.-Ing., M.Eng. Brandschutz, Stadtplaner

Steffen Kallinowsky, Jahrgang 1962, studierte von 1984-1992 Architektur an der TH-Darmstadt Mit Abschluss als Diplom-Ingenieur. Während des Studiums neben Bau- und Büropraktika, freie Arbeiten als Fotograf, Autor und Grafiker. Intensive Auseinandersetzung mit Themen des Marketings, der Visuellen Kommunikation besonders zu Corporate Identity und Corporate Design. 1990 mit Ralf Weissbart Gewinn des Philips-Wettbewerbs “Licht in der Architektur“. Danach Arbeiten an Aufgaben der Lichttechnik. Patent für ein integriertes Tages- und Kunstlichtsystem bis 1998.

Industriebau

Von 1992-1994 als Projektarchitekt in der Zentralen Unternehmensplanung, Bauten + Anlagen der Siemens AG. Planung von Büro-, Labor-, und Produktionsbauten – vorwiegend für den Unternehmensbereich der Medizintechnik. Restrukturierungsprojekte für die Verkehrstechnik. Von 1994-1998 als Projektleiter in der SIAT Bauplanungs- und Ingenieurleistungen GmbH & Co. OHG, Erlangen. Standortgründungen, Neu- und Umbauten für die Unternehmessparten Kommunikationsnetze (Festnetz und Mobil) der Siemens AG.

Bauen und Corporate Design

Von 1998-2002 Verantwortlicher Leiter Corporate Design der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg. Entwicklung und Umsetzung des Corporate Design (Grafik, Architektur, Produktionsmittel, u.a.) für die gesamte Unternehmensgruppe weltweit. 2002-2008 Gründer und Mitgesellschafter von “corporate architects“, Erlangen. Bau- und Corporate Design-Projekte für Industrie- und Immobilienunternehmen, u.a. Siemens, Carl Zeiss, Brose und Redevco. 2002-2007 Dozent und Co-Schulleiter der “Schule für Gestaltung“ in Ravensburg. Lehre in Corporate Design, Projekt Organisation, Design- und Technikgeschichte. Betreuung von Praxis Projekten der Schule für Unternehmen und Organisationen. Entwicklung des Prozessorientierten Corporate Design zur Optimierung von Produktions- und Organisationsprozessen. 2007 Gründung von “kallinowsky workspace“. Entwicklung und Beratung von Corporate Design-Projekten und Objektüberwachung von kleineren Bauprojekten. Entwicklung von Leit- und Orientierungssystemen.

Weiterentwicklung

Seit 2009 “göbell kallinowsky architekten“ GbR, Coburg mit Johannes Göbell. Planung und Realisierung überwiegend von Sozialbauten (Schulen, Tagesstätten, Kinderkrippen). 2010-2012 Aufbaustudium “Brandschutzingenieurwesen“ am EIPOS, Weiterbildungsinstitut der TU-Dresden. Abschluss als “Master of Engineering“ / Vorbeugender Brandschutz. Seit 2012 “göbell kallinowsky ingenieure“ für Brandschutzplanungen mit Ingenieurmethoden. Schwerpunkt in Konzepten für barrierefreien Brandschutz. 2015 Fachartikel und Buchveröffentlichung zum “Barrierefreien Brandschutz“ mit Johannes Göbell. Seit September 2014 Mitgesellschafter und Geschäftsführer von “Nota Sign“ GmbH, Coburg. Entwicklungen und Realisierung von barrierefreien Leit- und Orientierungssystemen.