Ingenieurmethoden

Unsere Entwicklungen zur Ingenieurmethodik

Ingenieurmethoden im Brandschutz sind für den Brandschutzingenieur ein wichtiges Instrument zur Nachweisführung. Sie dienen zum Beispiel dazu, bestimmte Planungen, die baurechtlich eigentlich so nicht zugelassen wären, umsetzbar zu machen. Moderne Architekturgestaltung will transparent, offen, großzügig, luftig sein. Alles Attribute, die dem Brandschützer so gar nicht passen. Die Bauordnung verlangt Raumabschlüsse, geschlossene Decken, Verhinderung von Rauchausbreitung und so weiter.

Allerdings erlaubt die Bauordnung auch ausdrücklich die Abweichung von den Vorgaben der Regelwerke – wenn der Nachweis der Einhaltung der Schutzziele erbracht werden kann. Dieser Nachweis kann im Brandschutzkonzept verbal über die Behauptung, das sei so, erbracht werden. Wenn allerdings ein Prüfer oder die Bauordnungsbehörde dies so nicht akzeptiert, wird meist der Nachweis über eine ingenieurmäßige Herangehensweise gefordert.

Ingenieurmethoden nähern sich dem Nachweis der Einhaltung der Schutzziele rechnerisch oder über Simulationen oder über praktische Nachweise im Versuch.

Wir haben uns nicht nur mit der Anwendung bestehender Ingenieurmethoden beschäftigt, sondern selbst Verfahren zur Berechnung bestimmter Themen entwickelt:

Johannes Göbell hat sich mit dem Thema der Räumungssituation im Brandfall beschäftigt, insbesondere bei Gebäuden mit Nutzern, die in der Selbstrettung eingeschränkt sind. Für diese Objekte existieren meist keine Regelwerke, wie trotz der behinderten Nutzer die Rettung der Menschen sicher gestellt werden kann. Bisher mußte der Brandschützer aus dem Bauch heraus einschätzen, wie sich die Situation bezüglich Personenstrom, Helfersituation, etc. darstellen könnte. Basierend auf dieser Einschätzung hat er dann die Brandschutzmaßnahmen definiert.

Die von Göbell entwickelte Methodik bietet nun ein Rechenverfahren anstelle der gefühlten Einschätzung. Zudem werden darauf basierend geeignete Maßnahmen des baulichen Brandschutzes vorgeschlagen.