Bürogrundsätze

9783862352548_2DBarrierefreier Brandschutz

Methodik – Konzepte – Massnahmen

304 Seiten
mit 79 Abbildungen und 67 Tabellen
mit digitalen Arbeitshilfen auf www .feuertrutz .de

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Was wir nicht akzeptieren können…

Dass ein Recht auf Selbstrettung körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen in der Praxis aberkannt wird. Das wollen wir ändern!

Barrierefreiheit oder Wer ist behindert?

Maßnahmen zur Barrierefreiheit werden allgemein schnell auf eine rollstuhlgebundenen Behinderung und den daraus folgenden baulichen Anforderungen wie Rampen, Aufzügen und automatischen Türöffnungen reduziert. In dem meisten Fällen reduziert sich das Bild auf Extreme der körperlichen Einschränkungen und die wirtschaftlichen Aufwendungen zur Minderung oder Aufhebung derselben. Mit einer differenzierten Betrachtung der unterschiedlichen Behinderungen und den daraus ableitbaren Schutzzielen lassen sich funktionale und maßvolle Lösungen zum barrierefreien Brandschutz entwickeln.

Grundsätzlich ist zu klären, ob behinderte Mitmenschen auch ein Recht auf Selbstrettung haben oder einfach als „nicht zur Selbstrettung fähig“ eingestuft werden dürfen. So unverständlich diese Frage klingen mag, so deutlich spricht die Realität eine Antwort aus: bisher wird behinderten Menschen ein Recht auf eine Selbstrettung in einen sicheren Bereich nicht zugestanden.

Rechtliche Grundlagen

Die Musterbauordnung und die Bauordnungen der Länder mit ihren technischen Baubestimmungen gehen detailliert auf die Anforderungen zur Umsetzung barrierefreier Gebäude ein. Ebenso behandelt die Norm für barrierefreies Bauen (DIN 18040-1) bauliche Anforderungen an Gebäude, die von motorisch oder sensitiv eingeschränkten Personen genutzt werden könnten. Geregelt ist in diesem Zusammenhang ausschließlich der sichere barrierefreie Zugang zu den Gebäuden und deren barrierefreie Nutzung. Schlüssige Rettungskonzepte für behinderte Menschen werden nicht gezeigt oder gefordert.

Dies verlangt zumindest nach einer Schutzzieldefinition, die dem Recht auf Selbstrettung behinderter Personen entspricht bzw. dessen Umsetzung weitestgehend ermöglicht.

Mehr dazu im Service-Bereich.

Barrierefreier Brandschutz ist wichtig …

In jeder fünften Tageseinrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche hat es nach einer eigenen Untersuchung bereits mindestens einmal ein Brandereignis gegeben. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass es für derartige Einrichtungen keine praktisch anwendbaren Handlungsanweisungen zur Umsetzung eines baulichen Brandschutzes gibt.

Die Verantwortlichen für den baulichen Brandschutz einer solchen Einrichtung stehen vor der Aufgabe, im Rückgriff auf vorhandene Verordnungen ein Brandschutzkonzept zu erstellen. Dabei muss stets geprüft werden, ob die Vergleichsobjekte organisatorisch vergleichbar sind und ob Abweichungen von diesen Vorschriften wegen einer nicht hundertprozentigen Vergleichbarkeit notwendig sein könnten. Wir haben die Brandgefahren in den Tageseinrichtungen untersucht und diese dienen vergleichbarer Objekte gegenübergestellt, für die Verordnungen oder andere Regelwerke vorliegen.

Das Problem im Rahmen eines Vergleichs der Tageseinrichtungen für behinderte Kinder mit ähnlichen Objekten liegt in der Heterogenität der Einrichtungen: Blinden-und Gehörloseneinrichtungen fallen hier ebenfalls darunter, wie Einrichtungen für schwerst-mehrfach körperbehinderte Kinder und Jugendliche, eine Inklusionsschule und ein integrativer Kindergarten. Diese Spannweite kann nur sinnvoll abgedeckt werden, wenn die im Ergebnis gewünschte Lösung in der Lage ist, individuell auf die Besonderheiten der jeweiligen Einrichtungsformen zu reagieren.

Unser Büro hat ein System zur Einstufung solcher Einrichtungen entwickelt und bietet Lösungen zu Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen basierend auf diese individuellen Einstufung.

In jahrelanger Arbeit haben wir eine eigene Handlungsempfehlung zu individuellen Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen für Behinderteneinrichtungen entwickelt. Hier wird in Anlehnung an die Form einer Richtlinie das eigens entwickelte System zur Einstufung und die daran angeknüpften konkreten Maßnahmen dargestellt. Die Brandschutzempfehlung stellt eine Grundlage für die Entwicklung einer dringend notwendigen Richtlinie für Tageseinrichtungen für behinderte Menschen dar.

Konzepte zum barrierefreien Brandschutz …

…benötigen als Basis eine fundierte Handlungsempfehlung in Kombination mit spezifischen Ingenieurmethoden des vorbeugenden Brandschutzes. Dazu haben wir auf Basis von bestehenden und eigenen Untersuchungen Einstufungen und daraus folgende Schlüssel für:

  • die unterschiedlichen Grade der Behinderungen
  • die Relationen von betroffenen Personen und Helfern
  • die unterschiedlichen Gebäudearten in ihren Nutzungen entwickelt.

Diese Systematik ermöglicht die methodische Konzeption zur Umsetzungen brandschutztechnischer Maßnahmen oder die Erkenntnis, dass eine spezifischer Nachweis über den Einsatz von Ingenieurmethoden erforderlich ist.

Das bieten wir Ihnen …

Öffentlicher Bau, Behinderteneinrichtung, Seniorenwohnheim oder Krankenhaus – wir haben Lösungen für einen barrierefreien Brandschutz! Lassen Sie uns gemeinsam wirklich behindertengerechte Lösungen für Ihr Vorhaben finden.

Für Einrichtungen mit behinderten Menschen existieren keine einheitlichen rechtlichen Vorgaben, anhand derer eine Standardlösung möglich wäre. Da es sich bei diesen Sonderbauten aber um Gebäude mit erhöhtem Brandrisiko handelt, werden von den meisten Fachplanern, aus nur zu verständlichen Sicherheits-Abwägungen heraus, oft zu hohe Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz gestellt. Dies bedeutet im Endergebnis oft überhöhte Kosten für den Brandschutz.

Basierend auf einer individuellen Einstufung ihrer Einrichtung mit einer von uns entwickelten Methodik, erhalten wir verschiedene Schlüsselwerte (Helferquote, Räumungsschlüssel, Nutzereinstufung). Anhand dieser ergeben sich die brandschutztechnisch wirklich erforderlichen Maßnahmen für das Objekt.

Auch hier gilt der ganzheitliche und integrative Ansatz unsere Methodik: wir sehen es auch als unsere Aufgabe, gegebenenfalls über andere als die brandschutztechnisch relevanten Bereichen ihrer Einrichtung zu diskutieren, wenn dadurch eventuell hohe Kosten für Brandschutztechnische Maßnahmen vermieden werden könnten.

Basierend auf den von uns entwickelten Matrizen und Schablonen können wir Ihnen schon in der Vorplanung Alternativen und verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur Umsetzung eines schutzzielorientierten, sicheren barrierefreien Brandschutzes bieten