Brandschutz im Industriebau

Eines unserer Spezialgebiete ist der Industriebau für mittelständische Unternehmen. Unser Ziel in diesem Segment ist die Nutzung der gesamten Spielräume der Industriebaurichtlinie zur wirtschaftlichen Optimierung von Industriebauten:

  • Konzeption von Neubauten
  • Konzeption von Umstrukturierungen bestehender Liegenschaften
  • Begleitung von Umbaumaßnahmen
  • Optimierung bestehender Brandschutzkonzepte

Gerade im Industriebau benötigt der Brandschutzplaner große Erfahrung, um die optimalen Ergebnisse für den Auftraggeber erzielen zu können, da die zu Grunde liegende Richtlinie oft mehrere Optionen bietet.

Wichtig:

Gerade im Industriebau gibt es immer mehrere Optionen mit teilweise gravierenden Unterschieden bezüglich der Kosten für die Umsetzung!

Wir bieten Ihnen eine kostenlose Analyse Ihres Brandschutzkonzeptes auf mögliche Kosteneinsparpotenziale an.

Bitte einfach anrufen oder eine kurze Mail schicken – wir reagieren umgehend.

Folgend möchten wir Ihnen mit einem Beispiel kurz einige Basisinformationen zum Ablauf einer Brandschutzplanung im Bestand an die Hand geben:

  • Bestandsschutz

    Jedes Gebäude auf einer Liegenschaft muss über einen Bauantrag genehmigt worden sein.

    Wichtig: es ist nur dann baurechtlich frei zur Nutzung, wenn es so errichtet wurde, wie genehmigt – was nicht selbstverständlich ist! Heißt, es muss in allen Bereichen der Baugenehmigung (BG) übereinstimmen: Architektur, Statik, Brandschutz und ggf. weiteren Auflagen, die der BG zu entnehmen sind.

    Sofern sich dieser Zustand nicht ändert, besteht Bestandsschutz, was bedeutet, dass niemand zusätzliche Auflagen machen kann, auch wenn sich die Richtlinien, Gesetze, etc. ändern.

    Der Bestandsschutz verfällt unter bestimmten Bedingungen, die aber nirgendwo klar definiert sind. Typische Situationen:

    – Anbau, Umbau, Erweiterung, etc.

    – Änderung der Nutzung (z.B. Werkhalle in Lagerhalle oder Büro)

    – Änderung von Vorgaben in der BG (z.B. Werksfeuerwehr, Feuerwehrumfahrt, etc.)

    Deshalb ist es wichtig ist, für jedes Gebäude die aktuell gültige – heißt, letzte – BG zu haben. Denn nur mit der kann man wissen, ob man das Gebäude in der aktuellen Nutzung, Ausstattung, etc. baurechtlich überhaupt nutzen darf. Die BG entspricht also dem Fahrzeugbrief – was dort eingetragen ist, darf gefahren werden und wenn ich am Fahrzeug was ändere verfällt die Nutzungserlaubnis.

    Wenn man nun die BG nicht mehr hat oder offensichtlich der Bestandsschutz entfallen ist, muss man eine neue BG erstellen und diese mit einem neuen, geeigneten Brandschutzkonzept genehmigen lassen. Damit ist der Betreiber dann im grünen Bereich.

  • Beispiel Werksfeuerwehr

    Ein gutes Beispiel für eine Restrukturierung der brandschutztechnischen Struktur einer Liegenschaft stellt der Wunsch nach dem Entfall einer bestehenden Werksfeuerwehr dar. Entsprechendes gilt für andere brandschutztechnische Einrichtungen oder dem Wunsch nach Zusammenfassung mehrerer Brandabschnitte.

    Keine der aktuellen oder früheren Industriebaurichtlinien enthält eine FORDERUNG nach einer Werksfeuerwehr (WF). Aber der Betreiber kann sich mit so etwas bestimmte Erleichterungen für seine einzelnen Gebäude „erkaufen“. So darf er dann zum Beispiel größere Brandabschnitte auch ohne Sprinkleranlage bilden, etc..

    Weshalb beispielhaft eine WF nun irgendwann mal gefordert wurde, kann man nur aus den alten BG herausfinden. Da die WF nun wahrscheinlich grundsätzlich in der Brandschutzplanung des Geländes einberechnet wurde, wird man wahrscheinlich alles neu bewerten müssen.

    Tabula rasa und alles neu bewerten klingt erst mal schlimm, aber es hat natürlich den Vorteil, dass man alle diese kleinen und großen Abweichungen von alten BG mit einem Gesamtkonzept erschlagen und genehmigen lassen kann.

    Wir hören immer wieder, dass doch jemand von der Versicherung da war und alles für in Ordnung fand und genehmigt hat. Vorsicht: die Versicherung prüft nur, ob sie einen möglichen SACHSCHADEN mit der vorgefundenen Situation absichern würde.

    Im Fall von Personenschäden wird der Staatsanwalt prüfen, ob die Einrichtung in der bestehenden Form auch eine Nutzungserlaubnis hatte – also voll mit der BG in Übereinstimmung stand. Dies ist nicht das Thema der Versicherung. Hier haftet der Betreiber.

    Resümee: nur nach dem Studium aller Baugenehmigungen der Liegenschaft kann man mit Sicherheit sagen, ob und unter welchen Bedingungen man eine WF auflösen kann.

    Wenn die BG zum Teil fehlen, bleibt nur eine brandschutztechnische Neubewertung der Liegenschaft. Damit könnten aber auch gleich ggf. bestehende Altlasten bereinigt werden.

  • Vorgehensweise

    Sollte es zu einer Neubewertung kommen, wäre im Prinzip so vorzugehen:

    Grundlage sind stimmige Bestandspläne, aus denen

    • die Materialien der tragenden Bauteile
    • die Höhe der Hallen
    • bestehende Brandwände
    • brandschutztechnische Infrastruktur der Bereiche
    • Nutzungen (bestehend und geplant)

    ablesbar sind.

    Damit kann man eine Vorplanung erstellen und grob prüfen, ob eine optimierte Lösung (z.B. ohne Werksfeuerwehr) möglich wäre und auch einen ersten Überblick über erforderliche Maßnahmen angeben. Diese Vorplanung bildet die Entscheidungsgrundlage für den Start der weiteren Planung, die in einem genehmigungsfähigen Brandschutzkonzept endet, sein.

    Das Brandschutzkonzept ist mit einem Bauantrag zu genehmigen.

    Die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen muss dann nicht umgehend erfolgen. Üblicherweise wird hier ein Maßnahmenkatalog mit Prioritäten der Umsetzung entwickelt, der dann innerhalb einer bestimmten Zeit umgesetzt werden sollte. Es wäre mit dem Bauamt abzusprechen, welcher Zeitraum hier akzeptiert wird.